Daniel Gerhartz (1965), a native of Wisconsin, is an accomplished painter who is well know for his figurative, landscape, architectural and still life paintings.🎨

Waldgeflüster Teil 3

WALDGEFLÜSTER Teil 3 Autorin: Sara Simon©

Neues von der kleinen Ente.

Eines Morgens wachte die kleine Ente auf und war ganz aufgeregt. Sie wusste gar nicht mehr so richtig, wer sie ist, aber eines wusste sie, sie wollte so sein wie Frau Eule und wollte auch so aussehen wie Frau Eule, wenn sie groß ist.

Igelchen und Eichhörnchen und das andere kleine Entlein schauten sich fragend an. Geht das denn? 

„Nack Nack, ja, das will ich. Und nun muss ich fliegen lernen, damit ich so hoch fliegen kann wie Frau Eule“, und so kletterte die kleine Ente aus dem Baumhaus heraus und lief in Richtung der Froschfamilie. Sie murmelte: „Nack Nack, die werden mir bestimmt helfen.“ 

Von weiten kamen ihr die kleinen Frösche entgegengesprungen. 

„Quak Quak. Hallo, Entlein, was machst du denn so früh hier?“, fragten die kleinen Frösche. 

„Nack Nack, ich will fliegen lernen, so hoch wie unsere liebe Frau Eule, und ich habe mir gedacht, dass ihr mir dabei helfen könnt so wie damals, als wir weitspringen geübt haben. Nack Nack.“ 

„Quak Quak. Oh ja, Entlein, das können wir machen. Aber warum willst du so hoch fliegen lernen wie Frau Eule? Du bist doch ein Entlein und ein bisschen kannst du ja sowieso fliegen“, sagten die kleinen Frösche. 

„Nack Nack, nein, ich möchte eine Frau Eule werden und  so weit und hoch fliegen wie Frau Eule und so schön aussehen.“ 

„Quak Quak“, fragten die kleinen Frösche, „geht das denn?“

„Nack Nack, natürlich“, und dann kletterte das Entlein auf den großen Hügel und versuchte, herunterzufliegen, und purzelte immer wieder herunter und fing an zu weinen. 

Die kleinen Frösche waren ratlos. Einer von ihnen sagte: „Ich habe eine Idee! Ich werde zu Frau Eule hüpfen und zu Igelchen und Eichhörnchen und dem anderen kleinen Entlein und ihnen alles erzählen, was das Entlein gerne möchte.“  

Und er sprang los und hüpfte und hüpfte. Schon von weitem rief er: „Quak Quak. Igelchen, Eichhörnchen, Frau Eule.“ 

Igelchen rief: „Was ist denn los, kleiner  Frosch?“ 

„Quak Quak, ihr müsst unbedingt mitkommen. Wir wissen nicht, was wir machen sollen. Das Entlein ist bei uns und will fliegen lernen und eine Frau Eule werden.“

„Uhu Uhu, ja natürlich, kleiner Frosch. Lass uns Fliegen, dann sind wir alle schneller da. Kommt, setzt euch auf meinen Rücken“, sagte Frau Eule, und Igelchen und Eichhörnchen und das kleine Entlein und Fröschlein kletterten auf Frau Eule  und dann ging es auch schon los.

Sie kamen ganz schnell bei der Froschfamilie an, und alle Tiere waren in großer Aufregung.

Das Entlein rief: „Frau Eule, Frau Eule, sieh mal, ich will fliegen lernen, damit ich so werde wie du. Und später möchte ich so aussehen wie du, wenn ich groß bin und so sein wie du. Weil ich dich so toll finde.“

Frau Eule sagte zu dem kleinen Entlein: „Nun komm mal her zu mir“, und nahm sie in ihre großen weichen Flügel. „Uhu Uhu. Hör mir mal bitte zu.“ 

„Nack Nack, ja, Frau Eule.“ 

Frau Eule sagte: „Schau mal, da hinten im Wasser, da sind zwei Enten, die schon groß sind, mit ihren Jungen. So wirst du mal aussehen, wenn du groß bist.“ 

„Nack Nack. Die Kleinen sehen ja aus wie ich“, sagte das kleine Entlein.

„Siehst du, wie liebevoll sie mit ihren Jungen umgehen? Und siehst du die großen Flügel? Die breiten sie aus zum Schutz für die Kleinen, falls es regnet oder zu windig ist.“

„Nack Nack. Ja, das sehe ich. Aber warum kann ich denn nicht so aussehen wie du? Und so groß werden wie du mit so wunderschönen Flügeln?“

„Uhu Uhu. Weil du eben ein Entlein bist. Sieh mal, Igelchen und die Fröschlein und das Eichhörnchen, die sehen alle anders aus. Und du bist ein Entlein, ein wunderschönes kleines Entlein, und wenn du groß bist, wirst du wie Frau Ente aussehen mit einem schönen Federkleid und du wirst deine Jungen beschützen und mit ihnen im Wasser spielen, und sie werden viel von dir lernen können.“  

„Nack Nack, aber ich möchte doch so sein wie du.“ 

„Uhu Uhu. Ach, du liebes Entlein. Du hast doch schon soviel von mir gelernt, und bis du groß bist, wirst du noch mehr lernen – von mir, von Igelchen und Eichhörnchen. Und du bist jetzt schon das wundervollste kleine Entlein, das ich kenne, und du hast schon so vielen Tierchen im Walde geholfen, auch wenn du noch so klein bist!“  

„Nack Nack. Ja, das stimmt. Aber ich möchte doch auch so sein wie du. Nack Nack.“ 

„Uhu Uhu. Hör mal, kleines Entlein, dafür kannst du schwimmen und tauchen und sogar über den See fliegen und mit all den Tierchen im Wasser spielen. Ich kann nicht schwimmen und tauchen“, sagte Frau Eule.

„Nack Nack. Schnief. Du hast recht, Frau Eule, dann bleibe ich ein Entlein. Wenn ich groß bin, habe ich dann auch so ein tolles Federkleid wie die Frau Ente da?“ 

„Uhu Uhu. Ja, mein liebes Entlein, das hast du“, sagte die Frau Eule.

  

Alle Tierchen im Walde waren erleichtert, dass es dem Entlein wieder besser ging

und es nun doch eine Ente bleiben wollte. 

Das Entlein sagte zur Frau Eule: „Nack Nack, ich bin ganz müde. Ich schaffe es gar nicht mehr nach Hause zu unserm Baumhaus.“

„Wir auch nicht mehr, liebe Frau Eule“, sagten Igelchen und das kleine Eichhörnchen und die andere kleine Ente.

„Uhu Uhu“, sagte Frau Eule. „Na dann kommt schnell jeder auf seinen Lieblingsplatz. Ich fliege euch nach Hause.“   

Alle schauten sich erleichtert an. Sie verabschiedeten sich von den anderen Tieren und dann flogen sie auch schon los. Und schon bald waren sie da.

„Oh juhu, das ging aber schnell. Wir sind schon da“, freuten sich alle. 

„Uhu Uhu. Ja, wir sind schon da.“ 

Igelchen, Eichhörnchen und die kleinen Nack-Nack-Enten kletterten von Frau Eule herunter, und dann gingen alle in ihr Baumhaus. Eichhörnchen und Igelchen holten schnell frisches Moos und legten es in ihrer Baumhöhle aus. Die andere kleine Nack-Nack-Ente holte frische Beeren aus der Vorratskammer. 

„Uhu Uhu. Lieb von euch. Danke, liebes Igelchen und Eichhörnchen und mein liebes Nack-Nack-Entlein.“

Alle waren sehr erleichtert, dass ihr liebes Nack-Nack-Entlein nun doch keine Frau Eule mehr werden wollte.  Sie ließen sich alle die köstlichen Beeren und Nüsse schmecken und wurden langsam müde. Jeder legte sich in sein Bettchen. Frau Eule deckte Igelchen mit einer weichen Feder von sich zu, dann deckte sie Eichhörnchen mit einer weichen Feder von sich zu und dann deckte sie auch die kleinen beiden Nack-Nack-Entlein mit einer weichen Feder von sich zu. 

„Danke, liebe Frau Eule“, sagten Eichhörnchen und Igelchen und die kleinen Nack-Nack-Enten. 

„Du, Frau Eule, kommt unsere kleine Elfe noch?“ 

Und da kam auch schon die kleine Elfe in ihrem wunderschönen gelben Glitzerkleid. 

„Hui Hui. Wir haben von dir gehört, kleines Entlein, in unserem Elfenreich. Schön, dass du nun doch eine Ente bleiben möchtest.“ 

Und dann flog die kleine Elfe zu Igelchen und streute ihren Elfenstaub aus; dann zu Eichhörnchen und zu den beiden kleinen Nack-Nack-Enten und über allen streute sie ihren Elfenstaub aus, der so schön glitzerte, und sagte: „Na, dann schlaft gut, ihr Lieben, das war ein aufregender Tag für euch alle. Ich fliege noch einmal über den Wald und streue auch da meinen Elfenstaub aus, damit alle Tierchen im Walde schön schlafen können. Bis morgen, ihr Lieben.“

„Danke, liebe kleine Elfe, für den wunderschönen Elfenstaub. Wir sind auch alle schon so müde. Nack Nack.“

„Uhu Uhu. Na, dann schlaft alle schön, meine Lieben. Ich passe auf euch und auf alle Tierchen im Walde auf. Bis morgen, meine Lieben.

Schlaft schön.“

Guten Nacht und schlafe auch du fein ein:)